Anmeldung offen!
Anmeldeschluss für Tagungsteilnehmende: Montag, 16. November
Anmeldeschluss für Session-Beiträge: Mittwoch 14. Oktober

 

Der Weltmarkt in der Dauerkrise:
Neue Stärke durch Innovationen für eine resiliente Binnenwirtschaft?

Am Mittwoch den 02. Dezember 2026 findet die dritte Tagung des Netzwerks Nachhaltige Wirtschaftsförderung statt, dieses Mal entwickelt und veranstaltet von Wirtschaftsförderung Dortmund und Wuppertal Institut, gemeinsam mit der AG Nachhaltigkeit des Deutschen Verbands der Wirtschaftsförderungs- und Entwicklungsgesellschaften (DVWE), dem Verband der Wirtschaftsförderungs- und Entwicklungsgesellschaften NRW (VWE NRW) und vielen weiteren Beteiligten aus dem Netzwerk.

Die Krisen, von Klima über Extremismus bis zu imperialistischen Kriegen, verschärfen sich weiter, und zeigen, dass die Verwerfungen auf den globalen Märkten kein temporärer Effekt von Corona waren, sondern vermutlich neuer Normalzustand. Entsprechend versuchen Länder, Regionen oder Unternehmen, ihre Abhängigkeiten zu reduzieren, also resilienter zu werden. Das hat ganz viel mit Nachhaltigkeit zu tun. Regionalisierung ist schon lange ein wichtiges Element nachhaltiger Wirtschaftsförderung, ob durch kurze Wege oder Kooperation und Verantwortung für die Region. Die Folgen des Wirtschaftens werden so direkt vor Ort sichtbar, nicht am Ende langer Wertschöpfungsketten. Es geht nicht um die Abkehr vom Weltmarkt, aber durchaus um die Bereitstellung mancher essenzieller Güter und Dienstleistungen im eigenen Einflussbereich. Für resiliente Wirtschaftsregionen braucht es hohe Innovationsfähigkeit, technisch, aber besonders auch sozial, wenn neue Formen der Kooperation gesucht werden, zwischen Unternehmen aber auch mit Zivilgesellschaft und Politik. Wirtschaftsförderungen haben schon immer sowohl Mandat als auch Kompetenzen, besonders die lokale Zusammenarbeit zu fördern. Das klassische Umwerben ausländischer Investoren gerät schon alleine aus Flächenmangel vielerorts in den Hintergrund. Entsprechend stellt die Tagung sich die Leitfrage, wo eine Re-Regionalisierung erstrebenswert ist, und wie Wirtschaftsförderung sie unterstützen kann.

Die Tagung soll im Sinne des Netzwerkens neben dem gemeinsamen Leitthema primär an den Bedarfen und guten Beispielen aus der Praxis ausgerichtet werden. In drei Zeitfenstern wird es jeweils vier Sessions geben, in denen zu einer breiten Vielfalt von Themen der nachhaltigen Wirtschaftsförderung Erfahrungen aus der Praxis (nicht nur gute), neue Ideen oder relevante wissenschaftliche Erkenntnisse diskutiert werden. Je mehr Teilnehmende selbst einen kleinen Input für passende Sessions mitbringen, desto konkreter und vielfältiger wird es! Dabei kann die Ausgestaltung der Sessions je nach Nachfrage angepasst werden, auch für bisher nicht genannte Themenkomplexe kann Platz gefunden werden.

 

 

Schwerpunkte der Themensessions:

(bei Interesse aufklappen)

1: Klimaneutrale Produktion: Wege zur Dekarbonisierung der Industrie

Die Dekarbonisierung der Industrie schreitet in vielen Bereichen voran, in Pilotprojekten werden neue technologische Lösungen in den Bereichen erneuerbare Energien, Energieeffizienzmaßnahmen und CO₂-Kompensation entwickelt. Praxisbeispiele zeigen, wie Betriebe durch Kreislaufwirtschaft, grüne Logistik und nachhaltige Materialien ihre Emissionen reduzieren. Wirtschaftsförderungen können auf vielen Wegen zur Diffusion erfolgreicher Beispiele beitragen und ihre entsprechenden Beratungsleistungen auf dem neuesten Stand halten. Dazu gehört auch der Zugang zu entsprechenden Förderprogrammen und der vorausschauende Blick auf sich ändernde regulatorische Rahmenbedingungen.

Mit Moderation und ersten Inputs von Frank Grützenbach (Team Großprojekte Wirtschaftsförderung Dortmund) und Jonathan Nagusch (Projektkoordination In|Die RegionWestfalen)

2: Gründung und Social Entrepreneurship: Nachhaltige Geschäftsmodelle fördern

Kommunale Wirtschaftsförderungen in Deutschland unterstützen nachhaltige Gründungsvorhaben durch vielfältige Strukturen, Strategien und Maßnahmen. Hierbei stehen sie vor zahlreichen Herausforderungen wie der Komplexität hybrider Geschäftsmodelle, dem Mangel an passenden und zielgenauen Fördermitteln für Social Enterprises und dem oftmals fehlenden Verständnis für die Besonderheiten und den Mehrwert des Gemeinwohlorientierten Wirtschaftens. Damit die Förderung von Social Entrepreneurship durch die Wirtschaftsförderungen in Zukunft noch besser gelingt, braucht es unter anderem den Ausbau von Beratungsangeboten, die speziell auf die Bedürfnisse von Social Entrepreneurs abgestimmt sind.

Mit Moderation und ersten Inputs von Nadine Spittank (Team Startup u. Investor Support, Wirtschaftsförderung Dortmund) und Eva Wascher (Team Innovation, WF Dortmund)

3: Nachhaltigkeit in der kommunalen Wirtschaftsförderung: Strategie & Organisationsentwicklung

Nachhaltigkeit ist nicht nur ein Thema wie jedes andere für eine Wirtschaftsförderung. Sie wirkt sich, wenn ernst genommen, auf die gesamte strategische Ausrichtung aus, nach innen und nach außen, über alle Geschäftsfelder hinweg. Dabei kann Nachhaltigkeit sogar als Tool genutzt werden, um die Organisation Wirtschaftsförderung, oder sogar weitere Teile der Kommunalverwaltung, weiterzuentwickeln. Sie bietet von der Vision über die Erfolgsmessung bis zur Mitarbeitenden-Motivation viele Tools, die insgesamt die Wirkung von Wirtschaftsförderung erhöhen können. Hier können Wirtschaftsförderungen berichten, die sich mit Nachhaltigkeitsstrategien, Gemeinwohlbilanzen oder als Teil gesamtstädtischer Strategieprozesse selbst weiterentwickelt haben.

Mit Moderation und ersten Inputs von Dr. Arne Elias (Leitung Team Innovation, Wirtschaftsförderung Dortmund) und Hans Haake (Wuppertal Institut)

4: Innovative Flächenvergabe: Nachhaltige Gewerbe- und Siedlungsentwicklung

Fläche ist knapp. In manchen Kommunen gibt es gar keine neuen Flächen „auf der grünen Wiese“ mehr, in fast allen ist deren Ausweisung politisch umstritten, oft aus ökologischen Gründen. Dazu kommt Konkurrenz mit Wohnbebauung, die besonders vorangetrieben wird. Es geht in dieser Session also einerseits darum, wie Flächen gefunden und vergeben werden: Mehrfachnutzung, Flächenrecycling, frühzeitige Erfassung von Leerständen, Nachhaltigkeitskriterien für die Vergabe, Umgang mit Nutzungskonkurrenzen. Andererseits geht es auch darum, dass Wirtschaftsförderungen in der stetigen Weiterentwicklung von bestehenden Gewerbegebieten stärker eingreifen können. Mit entsprechenden Satzungen oder Erbpacht kann Einfluss im Sinne von Nachhaltigkeit gesichert werden. Über aktives Management können Stoff- und Energiekreisläufe in den Gewerbegebieten optimiert werden.

Mit Moderation und ersten Inputs von Sandra Wagner-Endres (Deutsches Institut für Urbanistik) und Anna-Lena Kleimann (Team Großprojekte, Wirtschaftsförderung Dortmund)

5: Regionalisierung & Resilienz für KMU: Weltmarkt, Binnenmarkt, Region

Die Unterstützung regionaler Märkte bezog sich bisher oft primär auf die Schaffung von Regionalmarken, hochwertige regionale Lebensmittel in geringen Mengen, oder einzelne charakteristische Produkte der Region. Mit Blick auf die weiter zunehmenden globalen Krisen stellt sich die Frage nach resilienten Wertschöpfungsketten viel breiter. Wirtschaftsförderungen sind in einer besonderen Lage, den Blick der Unternehmen auf die lokale und regionale Verfügbarkeit von Inputs ebenso zu lenken wie auf lokale Märkte. Ob mit Kreislaufwirtschaft, dem Schließen regionaler Lücken in der Verarbeitung von Rohstoffen oder der Unterstützung beim Re-Shoring, es gibt vielfältige Ansätze und mittlerweile einen breiten Konsens über den Handlungsdruck.

Mit Moderation und ersten Inputs von Hans Haake (Wuppertal Institut) und Sandra Wagner-Endres (Deutsches Institut für Urbanistik)

6: Twin Transition: Nachhaltige Digitalisierung (Digitainability)

Wie lassen sich Nachhaltigkeit und Digitalisierung gemeinsam vorantreiben? Diese Session zeigt, wie digitale Technologien (KI, IoT, Blockchain) Ressourcen sparen, Lieferketten optimieren und Transparenz in der Nachhaltigkeitsberichterstattung schaffen. Dabei geht es sowohl um Tools für die Wirtschaftsförderung selbst – bessere CRM, Erfassung lokaler Wertschöpfungsketten, effizientere Erstberatung – als auch die Potentiale in den Unternehmen. Praxisbeispiele verdeutlichen, wie Unternehmen und Kommunen von der „Twin Transition“ profitieren. Auch kritische Fragen müssen gestellt werden, denn auch die digitale Wirtschaft braucht Energie, Flächen und andere Ressourcen.

Mit Moderation und ersten Inputs von Patricia Olbert (Team Innovation, Wirtschaftsförderung Dortmund) und Sabine Jürschik (Team Innovation, Wirtschaftsförderung Dortmund)

7: Kreislaufwirtschaft: Neue Geschäftsmodelle für Ressourceneffizienz

Wie gelingt der Übergang zu einer zirkulären Wirtschaft? Es gibt unendlich viele Best Practices aus Industrie, Handel und Handwerk, die Abfall vermeiden, Produkte wiederverwenden oder recyceln. Themen sind u.a. zirkuläre Ansätze im Bereich Bauen, Elektronik und allgemein in der Produktion, sowie digitale Lösungen für Kreislaufwirtschaft. Besonders über Förderprojekte (z.B. EFRE), entsprechende Netzwerke oder Inkubatoren bringen Wirtschaftsförderungen das Thema voran und zeigen auch kleineren Unternehmen die Potentiale der Kreislaufwirtschaft.

Mit Moderation und ersten Inputs von Dr. Frank Ragutt (Projektleitung DoZirkulär 2030, Wirtschaftsförderung Dortmund) und aus der Abteilung Circular Economy des Wuppertal Institut

8: Ernährungs- und Landwirtschaft: Regionale Wirtschaftskreisläufe stärken

Ein besonders wichtiges aber auch herausforderndes Handlungsfeld für Regionalisierung sind Lebensmittel. Hier besteht einerseits ein politischer Konsens, regionale Produkte zu stärken und fast überall gibt es entsprechende Marken und Plattformen. Es ist anerkannt, dass kurze Lieferwege, solidarische Landwirtschaft und nachhaltige Anbaumethoden die Ernährungssicherheit und den Klimaschutz fördern. Gleichzeitig ist das Volumen im Vergleich zum global agierenden Einzelhandel verschwindend gering. Es geht also um die Suche nach geeigneten Hebeln, um aus der Nische herauszukommen: Neue Kooperationsmodelle zwischen Landwirtschaftsbetrieben und den weiterverarbeitenden Betrieben sowie der Gastronomie, das Schließen von Lücken der Verarbeitungskette, öffentliche Beschaffung und Außer-Haus-Verpflegung. Die Landwirtschaft ist zwar in vielen Regionen kein großer Wirtschaftsfaktor mehr, für Resilienz und Lebensqualität ist Ernährung jedoch zentral.

Mit Moderation und ersten Inputs von Dr. Sarah Holzapfel (Team Innovation, Wirtschaftsförderung Dortmund)

9: Innovationsförderung & Fördermittelmanagement: Technologische und soziale Innovationen für den Wirtschaftsstandort stärken

Der Begriff „Innovation“ wird sehr vielfältig verwendet. Wie unterscheidet Wirtschaftsförderung in der Praxis, was erstens überhaupt eine Innovation ist, und was zweitens eine nachhaltige und damit förderungswürdige Innovation ist? Der Umgang mit dieser grundlegenden Frage ist ebenso Thema dieser Session wie konkrete Tools und Projekte zur Förderung von Nachhaltigkeitsinnovationen: Gründungsförderung, Transferstellen zwischen Wissenschaft und Wirtschaft, Netzwerke und mehr.

Mit Moderation und ersten Inputs von Tim Dünnwald (Wuppertal Institut) und Patricia Olbert (Team Innovation, Wirtschaftsförderung Dortmund)

10: Beschäftigungsförderung & Demografischer Wandel: Zukunftssichere Arbeitsplätze für jung und alt

Wie sichert man Ausbildungs- und Arbeitsplätze in einer sich wandelnden Wirtschaft? Wie gestaltet man attraktive Arbeitsplätze, die die Vereinbarkeit von Familie und Beruf ermöglichen, Integration unterstützen und anpassungsfähig an die Bedarfe von Beschäftigten sind? Diese Session beleuchtet (Qualifizierungs)programme sowie Personalentwicklungsinstrumente angesichts verschiedener demografischer Trends.  Praxisbeispiele zeigen, wie Kommunen und Unternehmen dem Fachkräftemangel begegnen und inklusive Arbeitsmarktstrategien entwickeln.

Mit Moderation und ersten Inputs von Tina Riedel (Regionalagentur Westfälisches Ruhrgebiet) und Gundula Grzesik (Beschäftigungsförderung, Wirtschaftsförderung Dortmund)

11: Nachhaltigkeitsberichterstattung & CSR: Transparenz und Vertrauen schaffen

In den letzten Jahren haben fast alle Wirtschaftsförderungen Angebote rund um die CSRD entwickelt, die Nachfrage der Unternehmen war groß, getrieben von europäischen Standards, die jetzt wieder ein Stück weit auf Eis liegen. Trotzdem bleiben Fragen von CSR und der Berichterstattung darüber relevant, sowohl weil neue Anforderungen kommen werden, als auch weil Anforderungen z.B. über Banken oder große Kunden „weitergegeben“ werden. Die Session zeigt Angebote unterschiedlicher Wirtschaftsförderungen zum Thema ebenso wie den Umgang mit einer stark schwankenden Nachfrage.

Mit Moderation und ersten Inputs von Dr. Sarah Holzapfel (Team Innovation, Wirtschaftsförderung Dortmund) und Eva Wascher (Team Innovation, Wirtschaftsförderung Dortmund)

12: Offene Session: Raum für neue Ideen & Netzwerke

Diese Session bietet Raum für spontane Impulse, Diskussionen und den Austausch zu ungelösten Fragen. Teilnehmende können eigene Projekte vorstellen oder sich mit Expert*innen zu aktuellen Herausforderungen der nachhaltigen Wirtschaftsförderung vernetzen. Die offene Session signalisiert auch: Es ist bei Interesse auch Raum für zusätzliche Sessions, wenn weitere Themen eingebracht werden.

 

Im Rahmen der Sessions erwarten Sie u.a. folgende Vorträge aus der Wirtschaftsförderungspraxis:

AFFINITY – Actors, instititutions and potentials of female entrepreneurship in the field of sustainability
(NIERS – Niederrhein Institut für Regional- und Strukturforschung)

Bausteine des Programmes „Sustainability Support“ (Business Salon, ESG Strategy Circle + weitere)
sowie Vorstellung der Vorzüge eines Beirates für die Wirtschaftsförderung
(Wirtschaftsförderung Stadt Stuttgart)

Circular-Economy-Projekte in Duisburg
(Duisburg Business & Innovation GmbH)

Förderung der Alternativwirtschaft in Bremen
(WFB Wirtschaftsförderung Bremen GmbH)

Gewerbepark Hämmer in Menden
(WSG Menden GmbH)

INTRA.OWL – Intrapreneurship.Innovation.Transformation
(GILDE Wirtschaftsförderung Detmold)

KI für KMU
(Duisburg Business & Innovation GmbH)

Kompetenzentwicklung für zirkuläres Wirtschaften
(Neue Effizienz gGmbH)

Mobilitätskonzepte für Gewerbegebiete
(Neue Effizienz gGmbH)

Mobilitätswende in Gewerbegebieten – Projekt koop.mobil
(Neue Effizienz gGmbH)

Nachhaltiges Wirtschaften als Geschäftsfeld in der regionalen Wirtschaftsförderung – Chancen und Hürden
(Regio Augsburg Wirtschaft GmbH)

Nachhaltigkeitsmonitor A³
(Regio Augsburg Wirtschaft GmbH)

PLATZProjekt e.V. Hannover – die Rolle der WiFö als Promotor nachhaltigkeitsorientierter Initiativen
(Landeshauptstadt Hannover)

Regionale Vorgründungsberatung Social Entrepreneurship des Social Economy Clusters Mannheim
(Wirtschaftsförderung Mannheim)

Resilienznetzwerk A³
(Regio Augsburg Wirtschaft GmbH)

Selbstcheck Nachhaltigkeit
(Impuls. Die Hammer Wirtschaftsagentur GmbH)

Vielfalt der Fördermöglichkeiten, Antragstellung, Beschleunigung/Ermöglichung kommunaler Projekte
(Realer Wandel GmbH)