Im Dezember findet schon die dritte Tagung des Netzwerks Nachhaltige Wirtschaftsförderung statt, dieses mal entwickelt und veranstaltet von Wirtschaftsförderung Dortmund und Wuppertal Institut, gemeinsam mit der AG Nachhaltigkeit des Deutschen Verbands der Wirtschaftsförderungs- und Entwicklungsgesellschaften (DVWE), dem Verband der Wirtschaftsförderungs- und Entwicklungsgesellschaften NRW (VWE NRW) und vielen weiteren Beteiligten aus dem Netzwerk.

Die Krisen, von Klima über Extremismus bis zu imperialistischen Kriegen, verschärfen sich weiter, und zeigen, dass die Verwerfungen auf den globalen Märkten kein temporärer Effekt von Corona waren, sondern vermutlich neuer Normalzustand. Entsprechend versuchen Länder, Regionen oder Unternehmen, ihre Abhängigkeiten zur reduzieren, also resilienter zu werden. Das hat ganz viel mit Nachhaltigkeit zu tun. Regionalisierung ist schon lange ein wichtiges Element nachhaltiger Wirtschaftsförderung, ob durch kurze Wege oder Kooperation und Verantwortung für die Region. Die Folgen des Wirtschaftens werden so direkt vor Ort sichtbar, nicht am Ende langer Wertschöpfungsketten. Es geht nicht um die Abkehr vom Weltmarkt, aber durchaus um die Bereitstellung mancher essentieller Güter und Dienstleistungen im eigenen Einflussbereich. Für resiliente Wirtschaftsregionen braucht es hohe Innovationsfähigkeit, technisch, aber besonders auch sozial, wenn neue Formen der Kooperation gesucht werden, zwischen Unternehmen aber auch mit Zivilgesellschaft und Politik. Wirtschaftsförderungen haben schon immer sowohl Mandat als auch Kompetenzen, besonders die lokale Zusammenarbeit zu fördern. Das klassische Umwerben ausländischer Investoren gerät schon alleine aus Flächenmangel vielerorts in den Hintergrund. Entsprechend stellt die Tagung sich die Leitfrage, wo eine re-Regionalisierung erstrebenswert ist, und wie Wirtschaftsförderung sie unterstützen kann.

Die Tagung soll im Sinne des Netzwerkens neben dem gemeinsamen Leitthema primär an den Bedarfen und guten Beispielen aus der Praxis ausgerichtet werden. In drei Zeitfenstern wird es jeweils vier Sessions geben, in denen zu einer breiten Vielfalt von Themen der nachhaltigen Wirtschaftsförderung Erfahrungen aus der Praxis (nicht nur gute), neue Ideen oder relevante wissenschaftliche Erkenntnisse diskutiert werden. Dabei kann die Ausgestaltung der Sessions je nach Nachfrage angepasst werden, auch für bisher nicht genannte Themenkomplexe kann Platz gefunden werden.

10:00Ankunft & Get-Together
10:30Begrüßung und EinführungWuppertal Institut und Wirtschaftsförderung Dortmund
10:45Keynote: Die aktuellen Bedingungen für WirtschaftsförderungenTill van Treeck, Universität Duisburg-Essen (angefragt)
11:153×4 Themensessions mit Kaffeepausen und Mittagspause (s.u.)
15:45Abschlusspodium: Die Bedeutung des EU-Binnenmarktes für unternehmerische EntwicklungHeike Marzen, Geschäftsführerin der Wirtschaftsförderung Dortmund im Gespräch mit Dortmunder Pionierunternehmen
16:15Ausblick und AbschiedWuppertal Institut und Wirtschaftsförderung Dortmund
17:00Veranstaltungsende, offener Austausch

(bei Interesse aufklappen)

1: Klimaneutrale Produktion: Wege zur Dekarbonisierung der Industrie

Wie können Unternehmen ihre Produktionsprozesse klimaneutral gestalten? Diese Session beleuchtet technologische Lösungen wie erneuerbare Energien, Energieeffizienzmaßnahmen und CO₂-Kompensation. Praxisbeispiele zeigen, wie Betriebe durch Kreislaufwirtschaft, grüne Logistik und nachhaltige Materialien ihre Emissionen reduzieren. Diskutiert werden zudem Förderprogramme und regulatorische Rahmenbedingungen, die Unternehmen bei der Transformation unterstützen.

2: Gründung und Social Entrepreneurship: Nachhaltige Geschäftsmodelle fördern

Welche Rolle spielen Start-ups und Social Entrepreneurs bei der nachhaltigen Wirtschaftsentwicklung? Diese Session stellt erfolgreiche Gründungsmodelle vor, die ökologische und soziale Ziele mit wirtschaftlichem Erfolg verbinden. Themen sind Impact Investing, nachhaltige Finanzierungsinstrumente und Inkubatoren, die Gründer*innen bei der Umsetzung grüner Ideen unterstützen.

3: Nachhaltigkeit in der kommunalen Wirtschaftsförderung: Strategie & Organisationsentwicklung

Wie integrieren Kommunen Nachhaltigkeit in ihre Wirtschaftsförderung? Diese Session zeigt, wie Kommunalverwaltungen durch strategische Planung und Kooperationen mit Unternehmen nachhaltige Entwicklung vorantreiben. Beispiele aus der Praxis verdeutlichen, wie Organisationsstrukturen angepasst und Förderprogramme klimafreundlich gestaltet werden können.

4: Innovative Flächenvergabe: Nachhaltige Gewerbe- und Siedlungsentwicklung

Fläche ist knapp – wie können Kommunen sie gerecht und ökologisch verteilen? Diese Session diskutiert Tools wie Flächenmanagement-Systeme, Mehrfachnutzungskonzepte und partizipative Planungsverfahren. Im Fokus stehen Lösungen für Wohnen, Gewerbe, Landwirtschaft und öffentliche Räume, die Klimaschutz, Biodiversität und soziale Gerechtigkeit berücksichtigen.

5: Regionalisierung & Resilienz für KMU: Weltmarkt, Binnenmarkt, Region

Wie können kleine und mittlere Unternehmen widerstandsfähiger gegen Krisen werden? Diese Session beleuchtet Ansätze zur Stärkung regionaler Lieferketten, Kreislaufwirtschaft und lokaler Wertschöpfung. Diskutiert werden Ansätze, die KMU bei der Anpassung an Klimawandel und globale Herausforderungen unterstützen.

6: Twin Transition: Nachhaltige Digitalisierung (Digitainability)

Wie lassen sich Nachhaltigkeit und Digitalisierung gemeinsam vorantreiben? Diese Session zeigt, wie digitale Technologien (KI, IoT, Blockchain) Ressourcen sparen, Lieferketten optimieren und Transparenz in der Nachhaltigkeitsberichterstattung schaffen. Praxisbeispiele verdeutlichen, wie Unternehmen und Kommunen von der „Twin Transition“ profitieren.

7: Kreislaufwirtschaft: Neue Geschäftsmodelle für Ressourceneffizienz

Wie gelingt der Übergang zu einer zirkulären Wirtschaft? Diese Session präsentiert Best Practices aus Industrie, Handel und Handwerk, die Abfall vermeiden, Produkte wiederverwenden oder recyceln. Themen sind u.a. zirkuläre Ansätze im Bereich Bauen, Elektronik und allgemein in der Produktion, sowie digitale Lösungen für Kreislaufwirtschaft.

8: Ernährungs- und Landwirtschaft: Regionale Wirtschaftskreisläufe stärken

Wie können Kommunen und Unternehmen regionale Lebensmittelketten aufbauen? Diese Session zeigt, wie kurze Lieferwege, solidarische Landwirtschaft und nachhaltige Anbaumethoden die Ernährungssicherheit und den Klimaschutz fördern. Diskutiert werden Förderprogramme und Kooperationsmodelle zwischen Landwirtschaftsbetrieben und den weiterverarbeitenden Betrieben sowie der Gastronomie.

9: Innovationsförderung & Fördermittelmanagement: Technologische und soziale Innovationen für den Wirtschaftsstandort stärken

Wie kann Wirtschaftsförderung Innovationen gezielt fördern? Diese Session stellt Programme und Projekte für technologische, marktorientierte und soziale Innovation vor. Diskutiert werden Strategien zur Akquise von Fördermitteln und die Rolle von Transferstellen bei der Vernetzung von Wissenschaft und Wirtschaft.

10: Beschäftigungsförderung & Demografischer Wandel: Zukunftssichere Arbeitsplätze für jung und alt

Wie sichert man Ausbildungs – und Arbeitsplätze in einer sich wandelnden Wirtschaft? Diese Session beleuchtet Qualifizierungsprogramme, digitale Kompetenzen und nachhaltige Branchen wie erneuerbare Energien. Praxisbeispiele zeigen, wie Kommunen und Unternehmen dem Fachkräftemangel begegnen und inklusive Arbeitsmarktstrategien entwickeln.

11: Nachhaltigkeitsberichterstattung & CSR: Transparenz und Vertrauen schaffen

Wie kommunizieren Unternehmen ihre Nachhaltigkeitsleistungen glaubwürdig? Diese Session stellt Standards wie GRI, DNK, GWÖ und CSRD vor und zeigt, wie Datenmanagement und Stakeholder-Kommunikation gelingen. Diskutiert werden Herausforderungen und Chancen einer transparenten Nachhaltigkeitsberichterstattung, insbesondere auch mit Blick auf Analysetools zur Treibhausgasbilanzierung (Emissionsrechner etc.).

12: Offene Session: Raum für neue Ideen & Netzwerke

Diese Session bietet Raum für spontane Impulse, Diskussionen und den Austausch zu ungelösten Fragen. Teilnehmende können eigene Projekte vorstellen oder sich mit Expert*innen zu aktuellen Herausforderungen der nachhaltigen Wirtschaftsförderung vernetzen.

Die Sessions werden bei Bedarf an die Nachfrage der Teilnehmenden angepasst.